CDU-Stadtverband Bad Arolsen

CDU besichtigt Waldschäden vor Ort

Ein bedrückendes Bild bietet sich den Spaziergängern im Stadtwald bei Mengeringhausen. Riesige kahle Flächen, wo einst dichtes Grün stand. Revierförster Dieter Kisselbach informierte Vertreter des CDU-Stadtverbandes über die aktuelle Lage auf den stadteigenen Flächen.

Die verheerenden Folgen mehrerer schwerer Frühjahrsstürme, aufeinanderfolgender trockener Sommer und dem daraus resultierenden starken Borkenkäferbefall sind überall sichtbar. Die Fichten hat es besonders betroffen. Nach dem Krieg wurden sie als „Brotbaum“ für einen guten Holzertrag in großen Kulturen angepflanzt. Aktuell mussten von den einst 100.000 Festmetern bereits 60.000 entnommen werden. Und weitere abgestorbene Fichten sind überall auszumachen. Laut Förster Kisselbach werden letztendlich 95% des Fichtenbestandes zerstört sein. Das hat auch drastische Folgen für Bad Arolsen. Der Holzmarkt ist komplett zusammengebrochen. Es fehlt an Nasslagerplätzen. Erträge aus der Forstwirtschaft sind daher in den nächsten Jahren für den städtischen Haushalt nicht zu erwarten. Im Gegenteil, große Anstrengungen für eine rasche Wiederaufforstung sind nötig. Hier setzt der Förster auf eine Kombination von Naturverjüngung und Neuanpflanzungen. Wichtig für ihn ist, auch auf den abgeholzten Flächen mit Pionierbaumarten wie der Birke ein Waldklima zu erhalten und einer Austrocknung des Bodens vorzubeugen. Denn da, wo Brombeere, Himbeere und Holunder sich breit machen, haben junge Bäume keine Chance. Hier muss frühzeitig eingegriffen und zügig angepflanzt werden. Das kostet Geld und oftmals ist kein Personal verfügbar. Zusätzlich müssen Zäune errichtet werden, um den Verbiss durch das Rehwild zu verhindern.

Laut Förster Kisselbach kann man die Krise aber auch als Chance sehen. Bei der Waldwirtschaft muss in Generationen gedacht werden. Wälder wachsen über Jahrzehnte. Jetzt besteht die Möglichkeit zur Umgestaltung. Nun können statt der Reinkulturen widerstandfähige Mischwälder mit verschiedenen Laubholzarten, wie beispielsweise Hainbuche und Traubeneiche, entstehen. Bei den Buchenbeständen ist die Situation weniger dramatisch. Buchen machen etwa zwei Drittel des Stadtwaldes aus und sind dank der guten Bodenqualität weniger anfällig. Sorge bereitet dem Förster hier an erster Stelle Pilzbefall, der die Bäume absterben lässt.

Daher war es wichtig, dass der Magistrat vor Jahren die Holznutzung im Buchenwald drastisch reduziert hat, um die gute Naturverjüngung in den Altbeständen nicht zu gefährden.

CDU-Stadtverbandvorsitzende Vanessa Becker dankte Dieter Kisselbach für die offenen Worte und betonte die Notwendigkeit der Bereitstellung umfangreicher Hilfen durch die Bundes- und Landespolitik. Lobend stellt sie die Anteilnahme vieler Mitbürger/-innen heraus, die mit „ihrem Wald fühlen“, sich als Helfer anbieten oder direkt für Setzlinge spenden.